Sächsische Zeitung, 24.12.2004

Zauber im Renaissanceschloss



Schönfeld.
Ein Verein will mit magischen Elementen mehr Leben in die alten Mauern bringen.

Er kann Menschen schweben und verschwinden lassen. Großillusionen sind sein Metier. Doch mit Schloss Schönfeld hat Karl-Heinz Kaiser etwas anderes vor. „Es soll ein Zauberschloss werden, in dem es regelmäßige Veranstaltungen und Ausstellungen geben wird", sagt der 51-Jährige. Lange schon arbeitet das Mitglied des Magischen Zirkels Dresden an einer derartigen Konzeption. Jetzt hat er sie dem Ortschaftsrat von Schönfeld-Weißig präsentiert und weckte dort überwiegend Begeisterung.

Requisiten ausstellen
Der Kunst- und Kulturverein Schloss Schönfeld e. V., der bisher im gleichnamigen Schloss bei Thiendorf verzauberte, möchte ab 2005 das altehrwürdige Haus vor den Toren Dresdens betreiben. Karl-Heinz Kaiser ist Vorstandsmitglied des Vereins. „Wir würden in den sanierten Räumen ein Kabinett der magischen Künste einrichten. Das ist ein Kleinsttheater für rund 30 Gäste, in dem Tisch-Zauberkunst präsentiert wird", sagt Karl-Heinz Kaiser. Außerdem werde es ein größeres Stand-Up-Theater geben, das rund 100 Besuchern Platz. bietet.
Bekannte Zauberer Europas und der USA, zu denen die Dresdner Kontakt haben, könnten hier auftreten. In weiteren Räumen würden Requisiten der magischen Kunst gezeigt. „Daneben soll natürlich auch die Geschichte des Schlosses in einer separaten Ausstellung dargestellt werden. Vereine des Schönfelder Hochlandes sollen die Möglichkeit bekommen. sich im Schloss zu treffen und Ver-anstaltungen mit Hilfe ortsansässiger Gastronomen auszurichten. Und ein "Trauzimmer sowie eine Hochzeitssuite sollen im Schloss entstehen", sagt Kaiser. Sein Mitstreiter Steffen Taut, ('lief' des Magischen Zirkels Dresden und Mitglied des Kunst- und Kulturvereins, warnt jedoch vor Überzogenen Erwartungen. „Wir wollen das Schloss mit Leben erfüllen und bekannt machen. Was wir nicht können, ist es komplett zu sanieren. Nachdem der Ortschaftsrat dem Zauberschloss-Konzept mehrheitlich zustimmte, wird nun ein entsprechender Vertrag erarbeitet. „Der Leiter des Liegenschaftsatmtes Norbert Olbrich fand die Idee des Zauberschlosses gut und wird uns unterstützen", sagt Schönfeld-Weißigs Ortsvorsteher Hans-Jürgen Behr. Er hofft, dass mit Hilfe des Vereins endlich eine fundierte und langfristige Nutzung des Schlosses zustande kommt.

Vorerst am Wochenende offen
„Wenn es nach uns geht, könnte die erste Veranstaltung bereits am 9. Februar mit dem Schweizer Künstler Christoph Borer stattfinden", sagt Karl-Heinz Kaiser. Vom Grünen Gewölbe hat er ausrangierte Vitrinen bekommen, so dass auch die Ausstellung schnell eingerichtet wäre. „Zunächst wollen wir am Wochenende öffnen und planen eine monatliche Veranstaltung. Wenn das gut läuft, kann das Schloss länger offen sein. Wir wollen dafür Mitarbeiter über ABM oder als Ein-Euro-Jobs beantragen-, sagt Kaiser. Nach der stückweisen Sanierung des Schlosses wäre Platz für die Fachbibliothek des Deutschen Magischen Zirkels. und wer möchte, kann an der Kasse die Anleitung zu einem Zaubertrick erwerben.

Kay Haufe


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